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Die Responsorien der Karwoche

für gem. Chor a cappella
Entstehung: 1954
Verlag: Süddeutscher Musikverlag Willy Müller (Auslieferung: Bärenreiter)
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Einspielungen des Werkes

Prezioso CD 800.029 u.a. "Responsorien der Karwoche" und "Pauliner Orgelmesse" (Trierer Domchor u.a.)


Dieser Zyklus entstand 1954 als Kompositionsauftrag für den Südwestfunk, wurde vom Trierer Domchor uraufgeführt und gilt als eines der bedeutendsten Chorwerke Schroeders überhaupt. Während der Moselaner häufig leicht aufführbare Werke für das kirchenmusikalische Repertoire kleiner Chöre schrieb, handelt es sich bei den "Responsorien" um einen anspruchsvollen Zyklus, dessen Texte der Liturgie des Gründonnerstags bzw. Karfreitags entnommen sind. Sie stellen das Passionsgeschehen aus der Sicht der unmittelbar Betroffenen in direkter Rede dar: "In Monte Oliveti" enthält die Bitte Jesu an Gott Vater ("möge dieser Kelch an mir vorübergehen"); in "Tristis est anima mea" kommt die Einsamkeit und Trauer Jesu zum Ausdruck ("Meine Seele ist betrübt bis zum Tode"). Dazu ergänzend erklingen in "Caligaverunt" die Worte Marias ("Blind vor Weinen sind meine Augen geworden, weil keiner da ist der mich tröstet"). "Tenebrae factae sunt" schließlich bezieht sich auf den Tod Jesu und seine letzten Worte am Kreuz ("Mein Gott, warum hast du mich verlassen?" und "in deine Hände empfehle ich meinen Geist").

Während die Nummern I und IV des Zyklus das Geschehen gewissermaßen äußerlich behandeln und die Handlung andeuten, beleuchten die beiden mittleren Motetten die innere Befindlichkeit von Jesus und Maria. Musikalisch greift Schroeder zur Textausdeutung auf kompositorische Mittel zurück, die aus der Figurenlehre des 15. und 16. Jahrhunderts bekannt sind. Dabei bedient er sich einer großen Palette satztechnischer Optionen: Kunstvolle polyphone Abschnitte stehen neben homorhythmisch rezitierenden Passagen und auch das Unisono wird als die intensivste aller Formen der Textdeklamation bewusst genutzt. Aus der Vielzahl der verwendeten musikalisch-rhetorischen Figuren seien hier der "Aufstieg" (Anabasis) bei "In monte Oliveti" und der "Abstieg" (Katabasis) bei "Tenebrae factae sunt" erwähnt. Fernab äußerlich plakativer Klangeffekte gestaltet der Komponist seine Musik auf diese Weise mit einer feinen Symbolik aus, die an die Handschrift eines Heinrich Schütz erinnert. Mit den harmonisch-melodischen Möglichkeiten der "erweiterten Tonalität" bringt Schroeder zudem die Tonsprache der Gegenwart ein, etwa am Beginn von "Tristis est anima mea", wo sich über einem Bass aus leeren Quinten die beiden Oberstimmen zu einem ausdrucksstarken Lamento vereinen. (© Dr. Rainer Mohrs)


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