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Die Marianischen Antiphone

1. "Regina coeli" (Präludium)
2. "Ave regina caelorum" (Variationen)
3. "Alma redemptoris mater" (Choral)
4. "Salve regina" (Toccata)
Entstehung: 1953
Dauer: 17:20 min.
Beispiel-Download: PDF vom Präludium [139 KB]
Verlag: Schott ED 4538
Uraufführung: 28.7.1953 im Freiburger Münster; Hermann Schroeder, Orgel
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Einspielungen des Werks

5. Orgelwettbewerb u.a. Variationen "Ave Regina caelorum" und Choralfantasie "O heiligste Dreifaltigkeit"

3. Orgelwettbewerb u.a. Toccata c-Moll op. 5a (J.-L. Thellin) und Variationen "Ave regina coelorum"

2. Orgelwettbewerb u.a. Auszüge aus den "Marianischen Antiphonen", Fantasie e-Moll op. 5b

1. Orgelwettbewerb u.a. Auszug aus den "Marianischen Antiphonen" (M. Pack) u. Toccata c-Moll

Psallite CD 60251 u.a. "Die Marianischen Antiphone" (L. Ruckdeschel)

Mitra CD 16234 u.a. "Die Marianischen Antiphone" (R. Denk)



Dr. Raimund Keusen über die Marianischen Antiphone (Auszug aus seinem Vortrag über das Orgelwerk Schroeders):

Dass mir persönlich diese sehr viel bedeuten, hatte ich bereits in meinen Erinnerungen dargelegt. Erklärte mir doch der Komponist anhand ihrer, dass Quinten- und Oktavparallelen neuerdings (1953!) erlaubt seien. Was ich bis heute nicht vergessen, damals aber auch nicht verstanden habe. Darüber hinaus waren sie eines meiner Pflichtstücke im Orgelstaatsexamen 1962. Schließlich ist mir in Erinnerung, dass Schroeder sehr ungehalten darüber war, dass sie im Gotteslob nicht zusammen bzw. nur zum Teil veröffentlicht werden konnten; im Kölner Gotteslob figurieren sie unter Nr. 570 "Salve regina" und Nr. 574 "Regina caeli".
Der Kölner Sonderteil bringt dann doch die zwei restlichen (damals durch Schroeder massiv gefordert und bei der Kommission, der er angehörte, auch durchgesetzt) als Nr. 955 "Alma redemptoris mater" und als Nr. 956 "Ave regina caelorum".

Die vier Marianischen Antiphone nun, deren liturgischer Platz bekanntlich der Schluss der Komplet ist (hier haben sie im Kirchenjahr die Reihenfolge "Alma redemptoris" – Advent bis 2. Februar; "Ave regina caelorum" – Fastenzeit; "Regina caeli" – Ostern bis Pfingsten; "Salve regina" – nach Pfingsten) stellen auch in theologischer Hinsicht eine Einheit dar: durch ihre Verteilung auf das in bestimmte Zeiten aufgeteilte Kirchenjahr ziehen sie gleichsam die Summe des Heilsgeschehens und bilden einen Ersatz für das eigentliche marianische Offizium" (Johner/Pfaff, Choralschule, S. 96).
Schroeders Absicht geht nun dahin, durch den kompositorischen Zugriff diese liturgische und theologische Einheit auf einer anderen, der musikalischen Ebene, zu einem Zyklus zusammenzufügen. Das geschieht folgendermaßen: Übergeordnet ist die Komposition eines viersätzigen musikalischen Zyklus, der aus den Sätzen Präludium – Variationen -Choral – Toccata besteht. Dies bedingt folgende Umstellung: Regina caeli erscheint als Nr. l, Alma redemptoris als Nr. 3; so kommen die Antiphonen der sog. geschlossenen Zeiten (Advents- bzw. Fastenzeit) in die Mitte zu stehen und werden umrahmt von Regina caeli und Salve regina, die ihren liturgischen Platz in dieser Anordnung vertauscht haben. Dies gestattet dem Komponisten, einen viersätzigen Zyklus zu entwerfen, zwischen dessen mächtigen Ecksätzen (zumeist im f - ff) die beiden Zwischenglieder als Variationssatz und Choralbearbeitung mit stark lyrischem Einschlag für den gewünschten Kontrast sorgen. Dieser originellen Lösung dienen die Melodien "in cantu simplici" als Vorlage; die modi aller vier (5. oder 6. modus, also lydisch bzw. hypolydisch) haben Dur-Charakter. Dem entspricht die Tonalität in Schroeders Zyklus: G-Dur (mit Halbschluss auf D), B-Dur, D-Dur, D-Dur. Nicht nur die Wahl der Tonalität, sondern auch die formale Struktur der vier Sätze und ihre Reihenfolge lassen es fast berechtigt erscheinen, den Zyklus als Orgelsonate oder gar als Orgelsinfonie zu bezeichnen. Will man ihn der Liturgie dienstbar machen, so eignen sich die Stücke vorzüglich zum Kompletnachspiel.


Literaturhinweis

Johannes Geffert, Aufs Pult gelegt: Hermann Schroeder (1904-1984), Die Marianischen Antiphone (1953), in: Musica sacra 135, 2015, 150-153



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