Werk
  Biografie     Termine     Orgelwettbewerb     Nachrichten     Diskografie     Bibliografie     Gesellschaft  
Orgelwerke
Vokalwerke
Orchesterwerke
Kammermusik
Schriften
Notenbeispiele
Musikvideos
Allgemein:
Startseite
Kontakt
Impressum

Fantasie e-Moll op. 5b

Entstehung: 1931
Dauer: 7:45 min.
Verlag: Schott ED 2188
Beispiel-Download: PDF vom Anfang [117 KB]
Widmung: Heinrich Lemacher
-----------------------------------

Einspielungen des Werks

4. Orgelwettbewerb u.a. Orgelsonate Nr. 1 (A. Lenart & L. Fehl-Gajdosovà) und Fantasie e-Moll op. 5b

2. Orgelwettbewerb u.a. Auszüge aus den "Marianischen Antiphonen", Fantasie e-Moll op. 5b

Prezioso CD 800.018 Kammer- u. Orgelmusik: u.a. opp. 5, 9b, 11 (Langeheine, Schneider, Washio, Stamm)



Dr. Raimund Keusen über die Fantasie op. 5b (Auszug aus seinem Vortrag über das Orgelwerk Schroeders):

Toccata opus 5a und Fantasie opus 5b sind ausgesprochene Frühwerke. Der damals 26-jährige Komponist scheint noch im Banne Max Regers und seiner Epigonen zu stehen. Das zeigt sich nicht so sehr in der melodischen Stimmführung als in der Harmonie, wo es zwischen neuen Klängen "klassische" Dur- und Mollschlüsse mit vorausgehendem Dominantsept wie alle Arten alterierter Septakkorde nebst deren Umkehrungen gibt. Jedoch finden sich in den Stücken, abgesehen von den ausgesprochen toccatenhaften Stellen, schon die ersten Anzeichen einer – geistig bereits vollzogenen – Rückkehr zur von aller Verdoppelung und jeglichem Füllsel reinen Setzweise, so in den fugierten Teilen, die in ihrem äußeren Bild fast schon wieder an Bach erinnern. Auch hier noch die enge Bezogenheit im harmonischen zur Nachromantik, klassische Quintbeantwortung, Rückkehr zur Tonika und Verhaftetsein darin. Aber bereits hier Verzicht auf bloßes Virtuosentum, auf jede Effekthascherei, spärlich schon die Vortragsbezeichnungen (im Agogischen wie im Dynamischen): das ff ist ebenso äußerste Grenze und selten wie das pp, vorherrscht eigentlich immer die Mitte f, mf, p. Crescendo und decrescendo fehlen ganz, vielleicht schon ein Hinweis auf das klangliche Ideal der Barockorgel. Auch die Vortragsbezeichnungen bzgl. der Tempi sind maßvoll: in der zweiteiligen Fantasie (mit Epilog) lauten sie: agitato – allegro moderato – allargando/sehr breit): in der mehrteiligen Toccata: wuchtig – (ruhig gehend) – allegro moderato -langsam und feierlich – allargando. Allenfalls in den Schlüssen, zu denen die musikalischen Linien in Oktavierungen beider Hände, ja des Pedals hinführen, die akkordisch bis zu 10-stimmig auftreten, wird man noch ein wenig an die bombastischen Kadenzen und Schlusstakte Regerscher Orgelwerke erinnert.

Die "meinem verehrten Lehrer Herrn Prof. Dr. H. Lemacher gewidmet(e)" Fantasie, von diesem, verglichen mit der 5a als "überraschend und "romantisch-klangschwelgerisch, auf Reger hindeutend" gewürdigt (H. Lemacher, Hermann Schroeder 50 Jahre, in: Musica sacra 64, 1964, S. 74ff), notiert in e-moll (von Lemacher vermutlich wegen ihrer vielen Dur-Schlüsse als in E-Dur stehend bezeichnet), zerfällt in zwei Teile; der 1. Teil beginnt mit vollem Werk und Akkordschlägen, die mehr und mehr zur Ruhe kommen. Das sich anschließende Fugato mit seinem weichen Schluss "quasi morendo" nach E-Dur leitet über zum zweiten Teil, der ganz von seinen gleich zu Beginn exponierten 2 Themen – das zugrunde liegende viertaktige kehrt zum Schluss in der Vergrößerung im Pedal wieder, während das in den Oberstimmen zunächst kanonisch, später sich frei entfaltende nur noch die für dieses charakteristische Reperkussion behält –, um schließlich in einen an den 1. Teil erinnernden Schluss zu münden.



Duo da chiesa
Gegorianische Miniaturen