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Klavierkonzert op. 35

Entstehung: 1955/56
Satzfolge: Allegro - Lento espressivo - Allegro spirituoso
Verlag: Breitkopf & Härtel
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Einspielungen des Werkes

Cantabile 2008 Klaviersonate a-Moll, Klaviertrio op. 43, Klavierkonzert op. 35 (Tiny Wirtz u.a.)



Prof. Tiny Wirtz über das Klavierkonzert op. 35 (Auszug aus "Meine Erinnerungen an Hermann Schroeder"):

"Die Uraufführung des Klavierkonzertes spielte ich am 22.1.1964 mit dem Rundfunkorchester des Südwestfunks in Kaiserslautern unter der Leitung von Hermann Schroeder. Am 10.11.1973 habe ich das Werk auch für den WDR aufgenommen, damals dirigierte Wilhelm Schüchter das Kölner Rundfunksinfonieorchester. Die Fassung des SWF ist, dem damaligen Geschmack entsprechend, direkter und trockener aufgenommen, das Tempo des ersten Satzes schneller, vielleicht daher auch schwungvoller. Die WDR-Aufnahme hat mehr Hall, das Orchester ist differenzierter, der zweite Satz lyrischer und ausdrucksstärker. Andererseits entspricht die Aufnahme unter Schroeder sicherlich mehr den Intentionen des Komponisten, dessen Augenmerk nicht in erster Linie dem Lyrischen galt.
Dem Klavierkonzert liegt das Prinzip des barocken "Concerto" zugrunde, durch Hermann Schroeders modernen kontrapunktischen Stil meisterhaft gestaltet. Es strahlt die ganze musizierfreudige innere Energie des Komponisten aus. Das Orchester ist mit kompletten Holz- und Blechbläsern, Pauke, Schlagzeug und Streichern groß besetzt.

Der 1. Satz Allegro besticht von Anfang an durch seine drängende Bewegung. Zu Beginn stellen die Streicher und das Klavier abwechselnd zwei Mal in je 4 Takten ihre Positionen klar: die Streicher spielen ihr Thema unisono in markanten Achtelnoten, gewürzt von spannungsvollen Sekundreibungen in den Bläserharmonien, das Klavier antwortet mit virtuosen Sechzehntel-Passagen. Erst dann beginnt die eigentliche Orchestereinleitung, die das Thema (mit den charakteristischen Intervallen Quarte und Tritonus) ausbreitet und auch die Sechzehntel-Passagen des Klaviers aufgreift. Das Orchestertutti mündet in virtuose Akkordfiguren des Klaviers, die dann aber überraschenderweise ruhig auslaufen und einem lyrischen Kontrastgedanken Platz machen, der sich in ruhigen Notenwerten über einer ostinaten Bassfigur des Fagott entfaltet. Anschließend folgt eine Art Durchführung, in der das Soloinstrument mit virtuosen Spielfiguren brilliert, während das Orchester mit rhythmischen Einwürfen und ostinaten Begleitfiguren antwortet, die aus dem Intervallen des Hauptthemas (Quarte und Tritonus) abgeleitet sind. Erst dann erscheint das Hauptthema im Klavier, allerdings im Piano und in schlichtem dreistimmigem Satz. Bald kehrt das Klavier wieder zur motorischen Bewegung zurück und leitet allmählich über zu einer ausgedehnten, brillanten Solokadenz, die gegen Ende erneut überraschend im Piano ausklingt. Das Orchester beginnt dann den Abschlussteil mit einem passacagliaartigen Bass-Ostinato im 5/4-Takt, das wieder aus dem Themenkopf abgeleitet ist. Darüber konzertiert das Klavier mit bewegten Läufen und Akkordbrechungen und bringt den Satz in einer großangelegten Steigerung zum Abschluss.
Den stimmungsvollen 2. Satz Lento espressivo beginnt das Klavier mit spannungsreichen Akkorden, die entfernt an eine Sarabande erinnern, obwohl sie im 5/8-Takt komponiert sind. Nach 4 Takten tritt das Orchester mit einer ausdrucksstarken Cantilene hinzu. Der Satz ist dreiteilig als A-B-A-Form angelegt und kehrt nach einem etwas bewegteren Mittelteil zu den ruhigen Akkorden des Anfangs zurück, die das Orchester wieder mit sehr expressiven Linien kontrapunktiert.
Der 3. Satz Allegro spirituoso ist als virtuoser Schlusssatz angelegt: über repetierenden Bläserfiguren spielt das Klavier ein heiteres, in Oktaven geführtes Thema, das anschließend vom Orchester übernommen wird. Bewegte Passagen und Triolenfiguren geben dem Klavier anschließend vielfältige Möglichkeiten, als Soloinstrument zu glänzen. Im Mittelteil tritt ein punktiertes, marschartiges 2. Thema auf, im Bass von einer chromatisch abwärts schreitenden Viertelbewegung gestützt. Nach einem kurzen Zwischenspiel wird das marschartige Thema erneut aufgegriffen und vom Orchester als Fugato durchgeführt. Anschließend übernimmt das Klavier wieder die Führung und eine ausgedehnte Kadenz leitet den virtuosen Abschluss ein."



Klarinettenkonzert op. 47
Orgelkonzert op. 25