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Sonate a-Moll für Klavier

Entstehung: 1946
Satzfolge: Präludium - Fuga - Aria - Capriccio
Verlag: Schott
Beispiel-Download: PDF mit den Anfängen der einzelnen Sätze [501 KB]
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In den Jahren 2005 bis 2011 schuf der Künstler Johannes M. Dietz einen Zyklus mit 30 Bildern zu Notenblättern des Komponisten Hermann Schroeder und bezieht sich dabei unter anderem auf Schroeders „Concerto da chiesa“ für Orgel und die Klaviersonate a-Moll. Schroeders formal und satztechnisch klare, vom Neoklassizismus geprägte Musik und die mit einem „Formenalphabet“ aus verschiedenen, der Geometrie, Architektur und Natur entlehnten Zeichen arbeitende Bildsprache von Johannes Dietz gehen dabei eine interessante Verbindung ein. Der Künstler sagt über sein Schroeder-Projekt:
„Es war mein Anliegen, mich mit der Musik dieses bedeutenden Künstlers unserer Region auseinanderzusetzen. Meine Kompositionen sind keine Illustrationen der Musik von Schroeder – sie sind gleichberechtigt und bilden durch die Verwendung des Notenpapiers mit der Handschrift des Komponisten eine Einheit. Der Untergrund meiner Bilder sind immer Kopien von Notenblättern – das Notenbild ist Teil der Komposition. Meine Formelemente = Akkorde = werden konsequent durchgespielt. Sie sind Kompositionen auf Kompositionen.“

Einspielungen des Werkes

Cantabile 2008 Klaviersonate a-Moll, Klaviertrio op. 43, Klavierkonzert op. 35 (Tiny Wirtz u.a.)



Prof. Tiny Wirtz über die Klaviersonate a-Moll (Auszug aus "Meine Erinnerungen an Hermann Schroeder"):

"Die Sonate a-Moll könnte man auch als "Suite" bezeichnen, denn mit der klassischer Sonatenform hat sie nichts gemein. Sie orientiert sich vielmehr an der barocken Form der Sonate, was sich auch an der Bezeichnung der einzelnen Sätze (Präludium, Fuga, Aria, Capriccio) ablesen lässt.
Die Satztechnik, die Schroeder verwendet, ist polyphon, Akkord- und Figurenbildung sind in Quartharmonik konzipiert. Der Stil ist neobarock und typisch für den „zeitgenössischen“ Kompositionsstil jener Zeit. In eben diesem Stil haben damals auch Kurt Hessenberg, Ernst Pepping, Harald Genzmer und andere Altersgenossen Hermann Schroeders komponiert. Man wollte bewusst die Abkehr vom überbordenden Schwulst der Romantik. Eine zyklische Einheit der Sonate entsteht durch die Verwendung eines Sechzehntel-Motivs im Thema des 1. Satzes, das abgewandelt auch Keimzelle des Themas im Capriccio ist.
Der 1. Satz Präludium beginnt mit einem auftaktigen, rhythmisch markanten Thema aus 2 Sechzehnteln mit anschließender Synkope, die linke Hand begleitet mit einer pochenden Achtelbegleitung, gebildet aus dem leeren Quint-Oktav-Akkord a-e-a. Nur einmal unterbrechen ruhigere Spielfiguren (auf der Dominante in E stehend) die lebhaft-spielerische Entwicklung, die das rhythmische Hauptmotiv improvisatorisch fortspinnt und immer wieder durch wuchtige Akkordschläge neu belebt.
Der 2. Satz Fuge bildet mit ihrem sehr gesanglich-linearen Thema einen deutlichen Kontrast und verdichtet sich nach und nach zum spannungsreichen vierstimmigen Satz, der das Thema am Ende der Exposition in der Oberstimme in Oktaven intoniert. Nach einem kurzen, als zweistimmiger Kanon angelegten Zwischenspiel, bringt Schroeder das Thema in der Umkehrung und greift dann mehr und mehr zu virtuosen Spielfiguren und Arpeggien, um am Schluss in einem più mosso mit großer Steigerung in verdoppelten Notenwerten virtuos zu enden. Die Fuge ist also nur in der Exposition streng aufgebaut, dann aber frei gestaltet und als „Klavierfuge“ im besten Sinne angelegt.
Der 3. Satz Aria ist ein klanglich empfindsames, ausdrucksstarkes, im 1. Teil fast impressionistisch klingendes Stück, mit einem weiten Atem im Thema der linken Hand und einer großen emotionalen Steigerung im bewegten Mittelteil. In der kurzen Coda kehrt es wieder zur ruhigen, stimmungsvollen Bewegung des Anfangs zurück.
Der 4. Satz Capriccio ist der virtuoseste, spielfreudigste Satz, den man formal auch als Rondo bezeichnen könnte. Zunächst liegt das markante Thema in der linken Hand und wird von auf- und absteigenden Quart-Arpeggien der rechten Hand umspielt, dann erscheint es (im Piano) in der rechten Hand, von chromatischen Oktavschritten der linken Hand kontrapunktiert, die an das alte Prinzip des Basso continuo erinnern. In Art eines Fugatos oder barocken Concertos wird das Thema durch verschiedene Stimmen geführt, geht später ins Lyrische über und wird dann wieder durch die Motorik des Anfangs abgelöst. Bei diesem Prozess werden zahlreiche verwandte Tonarten gestreift. So wechseln im ganzen Satz ruhige Abschnitte mit rhythmisch lebhafteren ab. Den Abschluss bildet eine große dynamische Steigerung bis zum letzten a-Moll-Akkord."



3. Klaviertrio op. 43
Sonate für Violoncello und Klavier