Orgelwettbewerb
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8. Wettbewerb 2017

Vom 26. bis 30. September 2017 fand in Trier der 8. Internationale Orgelwettbewerb um den Hermann-Schroeder-Preis statt (hier pdf-Dokumente des Flyers [450 KB] bzw. der Ausschreibung [121 KB] ). Veranstalter waren das "Mosel-Musikfestival", die "Internationalen Orgelfestwochen im Kultursommer Rheinland-Pfalz" und die Hermann-Schroeder-Gesellschaft e.V.

1. Preis: Lukas Streibl (Stuttgart)
2. Preis: Lars Schwarze (Lübeck)
3. Preis: Lukas Euler (Hassloch)
Förderpreise: Johannes Lamprecht (Köln) und Giovanni Michelini (Modena/Italien)
Beste Schroeder-Interpretation (im 2. Durchgang): Miso Kim (Südkorea) für den Zyklus "Orgelmosaiken"
Publikumspreis: Lars Schwarze (Lübeck)



Preisträger und Jury des Wettbewerbs 2017 V.l.n.r.: Basilikaorganist Martin Bambauer, Prof. Bernhard Haas, Lukas Streibl (1. Preis), Lars Schwarze (2. Preis), Lukas Euler (3. Preis), Johannes Lamprecht (Förderpreis), Prof. Pascale Rouet, Prof. Johannes Geffert (Juryvorsitzender). Foto: Artur Feller

8. Hermann-Schroeder-Orgelwettbewerb entschieden

Nach einem anderthalbstündigen spannenden Finalkonzert zum 8. Schroeder-Orgelwettbewerb am 30. September 2017 in der Konstantinbasilika Trier standen die Preisträger fest: Lukas Streibl (Stuttgart), 1. Preis (4000 €), Lars Schwarze (Lübeck), 2. Preis (2000 €), Lukas Euler (Haßloch), 3. Preis (1000 €). Mit zwei Förderpreisen (250 €) wurden Johannes Lamprecht (Köln) und Giovanni Michelini (Modena/Italien) ausgezeichnet. Den Sonderpreis für die beste Interpretation eines Werkes von Schroeder im 2. Durchgang erhielt Miso Kim (Südkorea). Der Publikumspreis ging an Lars Schwarze.

Die Jury bestand aus Prof. Johannes Geffert (Köln), Prof. Pascale Rouet (Charleville-Mézières/Frankreich), Prof. Bernhard Haas (München) und Basilika-Organist Martin Bambauer (Trier). Veranstaltet wurde der Wettbewerb von der Hermann-Schroeder-Gesellschaft e.V. in Zusammenarbeit mit dem Mosel Musikfestival und dem SWR, der das Finalkonzert auf CD veröffentlichen wird.

Für den Wettbewerb hatten sich 42 Kandidaten aus 12 Ländern beworben, 18 Teilnehmer aus 5 Ländern wurden zum Vorspiel zugelassen. Alle Finalisten spielten die Variationen über das gregorianische Thema „Ave regina caelorum“ aus Schroeders Klassiker „Die Marianischen Antiphonen“, um die Vergleichbarkeit der Kandidaten zu gewährleisten; außerdem ein frei wählbares Programm mit der bewusst flexibel formulierten Vorgabe „dem Raum und dem Instrument angemessen“. Lukas Streibl spielte „Voyage ailé“ von Valéry Aubertin (aus dem 2ième Livre d’orgue) sowie von Max Reger die Fantasie und Fuge d-moll op. 135b. Lars Schwarze interpretierte „Seigneur des Lunières“ (Nr. 5 aus „Laudes“) von Jean-Louis Florentz sowie den 3. und 4. Satz aus Edward Elgars Sonate G-Dur op. 28. Lukas Euler spielte J.S. Bachs Präludium und Fuge G-Dur BWV 541 und Präludium und Fuge über B-A-C-H von Franz Liszt. Das Finalkonzert bewegte sich auf einem sehr hohen musikalischen und technischen Niveau.

Die beiden Vorrunden fanden in der Kirche St. Antonius statt. Die Teilnehmer spielten im 1. Durchgang drei Choräle nach Wahl aus Bachs „Orgelbüchlein“, eine Toccata aus dem Stilbereich des 17. Jahrhunderts (Buxtehude, Frescobaldi, Froberger, Sweelinck etc.) und eines der drei Präludien mit Fuge aus op. 37 von Felix Mendelssohn. Im 2. Durchgang wurden von Schroeder wahlweise der Zyklus „Orgelmosaiken“ oder die Choraltoccata „Ihr Freunde Gottes allzugleich“ verlangt, daneben ein großes Präludium (oder eine Toccata) mit Fuge von Bach sowie ein Werk der Orgelliteratur des 19. oder 20. Jahrhunderts nach Wahl.

Die Preisträger 2017 Die Preisträger des Schroeder Orgelwettbewerbs 2017: V.l.n.r.: Lukas Streibl (1. Preis), Lars Schwarze (2. Preis und Publikumspreis), Lukas Euler (3. Preis), Johannes Lamprecht (Förderpreis). Nicht auf dem Bild: Giovanni Michelini (Förderpreis), Miso Kim (Sonderpreis für die beste Schroeder-Interpretation im 2. Durchgang)

Der Finalwettbewerb fand an der Eule-Orgel der Trierer Konstantinbasilika in Trier statt, da der Komponist viele biographische Verbindungen zu Trier hatte. Schroeder machte 1923 in Trier das Abitur und hat als Schüler im Trierer Domchor mitgesungen. 1938/39 war er Trierer Domorganist, anschließend Studienrat am Gymnasium und Leiter der städtischen Musikschule. Nach dem Krieg wirkte er 1945/46 als Organist und Chorleiter an St. Paulin. 1946 erhielt er dann einen Ruf als Professor für Musiktheorie an die Kölner Musikhochschule.

Wettbewerbsimpressionen 2017

Als Ergänzung des Wettbewerbs fand am Freitag dem 29.9. ein Konzert mit Musik für Orgel, Oboe und Violine in der Barockkirche St. Paulin statt, bei dem Orgelkammermusik von Schroeder erklang: die „Drei Dialoge“ für Oboe und Orgel, das „Concertino“ für Oboe, Violine und Orgel sowie „Präludium, Canzone und Rondo“ für Violine und Orgel (uraufgeführt von Schroeder in St. Paulin 1938), außerdem Schroeders „Kleine Präludien und Intermezzi“ (1932) und die „Sechs Orgelchoräle über altdeutsche geistliche Volkslieder“ (1934). Daneben gab es Orgelmusik von Bach und Reger, allesamt Werke, die Schroeder in seiner Zeit als Organist an St. Paulin selbst gespielt hat. Ein langsamer Satz aus der Orgelsonate des Rheinberger-Schüler Ludwig Boslet, den Schroeder während seiner Schulzeit in Trier sonntags regelmäßig an der Domorgel erlebt hat, zeigte den Ausgangspunkt seiner zunächst noch von der Spätromantik bestimmten Kompositionsweise, von der sich Schroeder dann nach und nach löste, um seinen eigenständigen Stil in freier Tonalität und neoklassizistischer Formgebung zu entwickeln. Lea Kottner-Entchev (Violine), Maksim Malkov (Oboe) und Volker Krebs (Orgel) interpretierten die Werke klangschön und ausdrucksvoll, aber auch mit dem nötigen Blick für die Klarheit des Schroeder‘schen Kontrapunktes.

Am Sonntag erklang im Hochamt in St. Paulin Schroeders „Pauliner Orgelmesse“, Schroeders erste Messkomposition nach dem 2. Weltkrieg, die er an Ostern 1946 in St. Paulin uraufgeführt hat. Es musizierten das Vokalensemble St. Paulin und Klauspeter Bungert (Orgel), die Leitung hatte Regionalkantor Volker Krebs.