Orgelwettbewerb
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5. Wettbewerb 2008

Der 5. Internationale Orgelwettbewerb um den Hermann-Schroeder-Preis fand vom 17. bis 20. September 2008 in Trier statt. Ausschreibungsbedingungen und Pflichtstücke finden Sie als pdf-Dokument hier [21 KB] .

1. Preis: Hans Houtman (Niederlande)
2. Preis: Dániel Sárosi (Ungarn)
3. Preis: Giulio Piovani (Italien)


Von links nach rechts: Piovani - Sárosi - Houtman ( Gerhard W. Kluth)

Internationaler Orgelwettbewerb auf hohem Niveau

Hermann-Schroeder-Preis geht in die Niederlande, nach Ungarn und nach Italien

Schon zum fünften Mal wurde in diesem Jahr der internationale Orgelwettbewerb um den Hermann-Schroeder-Wettbewerb durchgeführt. In Kooperation mit dem Mosel Musikfestival, den Internationalen Orgelwochen Rheinland-Pfalz und dem SWR fand das Finale des Wettstreits der Hermann-Schroeder-Gesellschaft auch diesmal im Trierer Dom statt.
Insgesamt hatten sich 23 junge Organisten aus 9 Nationen zur Teilnahme angesagt. Eine 24. Organistin aus Russland konnte nicht teilnehmen, weil die bürokratischen Hürden für ein Visum, die eine illegale Einwanderung verhindern sollten, zu hoch beziehungsweise der zeitliche Rahmen für deren Überwindung zu eng war. Nach den beiden Vorrunden in der Trierer Pfarrkirche St. Antonius hatte die international besetzte Jury in einem öffentlichen Konzert im Trierer Dom am Ende über die Künste von Hans Houtman aus den Niederlanden, Dániel Sárosi aus Ungarn und Giulio Piovani aus Italien zu entscheiden.

Keine leichte Aufgabe für Clemens Ganz, ehemaliger Domorganist von Köln und Juryvorsitzender, Prof. Anne Froidebise aus Belgien, Prof. Alain Wirth aus Luxemburg und den Trierer Domorganisten Josef Still. So musste das recht zahlreiche Publikum auch ziemlich lange warten, bis Ganz nach einem gut einstündigen Konzert das Ergebnis der Jury-Beratung bekannt geben konnte. Die Aufgabe für die Teilnehmer war klar umrissen. Es musste ein Werk des ehemaligen Trierer Domorganisten Schroeder und ein Werk freier Wahl eines Komponisten des 19. oder 20. Jahrhunderts gespielt werden. Für den Niederländer hieß das, er musste die Choralfantasie über "O heiligste Dreifaltigkeit" und von Marcel Dupré Prelude et Fugue a-Moll, Opus 36 Nr. 2 zu Gehör bringen. Bei Sárosi und Piovani hatte die Jury für das Finale die Variationen über "Ave Regina caelorum" aus Schroeders Marianischen Antiphonen ausgewählt, die der Ungar mit Max Regers Choralfantasie "Halleluja, Gott zu loben", der Italiener mit dem Finale aus Louis Viernes Symphonie Nr. 5, Opus 47, komplettierte. Alles andere als leichte Kost also.


Die Wettbewerbsjury 2008 Von links nacht rechts: Domorganist Josef Still, Prof. Clemens Ganz, Prof. Anne Froidebise, Prof. Alain Wirth ( Gerhard W. Kluth)

Dem Trio kann man, auch unter Berücksichtigung der Anspannung, unter dem es stand, eigentlich nur gemeinschaftlich ein großes Kompliment aussprechen. Jeder der Kandidaten belegte, dass er ein technisch wie künstlerisch überaus fähiger Musiker ist, der mit den gestellten Anforderungen gut zurechtkommt. Etwas mehr Brillanz hier, etwas tiefere Ausdeutung dort, alles in allem boten alle drei Organisten eine überaus reife Leistung, die nicht zuletzt auch für das hohe Niveau des Wettbewerbs sprach. Am Ende hing es von den Juroren ab, wessen Leistung höher bewertet wurde, wobei diese auch das Spiel in den beiden Vorrunden in ihre Entscheidung mit einbezogen. Den ersten Preis, dotiert mit 4.000 Euro, sprachen sie dem 1976 geborenen Houtman zu, die 2.000 Euro des zweiten Preises dem 1981 geborenen Sárosi. Piovani, geboren 1979, musste sich mit den 1.000 Euro des dritten Preises begnügen. (Gerhard W. Kluth)