Orgelwettbewerb
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4. Orgelwettbewerb 2005

um den Hermann-Schroeder-Preis
im Rahmen der Internationalen Orgelfestwochen
im Kultursommer Rheinland-Pfalz 2005

1. Preise: Lenka Fehl-Gajdosová (Tschechien) &
Adam Lenart (Polen)

2. Preis: Miklós Albert (Ungarn)


Spannendes Finalkonzert

Zwei erste Preisträger im Hermann-Schroeder-Orgelwettbewerb 2005
Spannung pur im gut besuchten Finalkonzert des "4. Internationalen Orgelwettbewerbs um den Hermann-Schroeder-Preis" am 17. September 2005: junge Organistinnen und Organisten aus 5 Ländern hatten ihr Können in der Vorrunde mit Werken von Bach, Buxtehude, Reger und Schroeder in St. Antonius unter Beweis gestellt - die drei besten schafften den Einzug ins Finale und boten im Trierer Dom Orgelkunst auf höchstem Niveau.
Adam Lenart (Polen) eröffnete das Konzert mit Schroeders 1. Orgelsonate und bestach mit einer brillanten Interpretation von Sigfrid Karg-Elerts Sinfonischer Kanzone op. 85/1. Da stimmte einfach alles: technische Perfektion, fulminante Akkordtechnik und symphonische Klangfülle verbanden sich mit der Fähigkeit zu ausdrucksintensivem Spiel und zarter Farbgebung in den lyrischen Themen. Lenart erhielt den 1. Preis, zusammen mit der ihm ebenbürtigen Lenka Fehl-Gajdosová (Tschechien). Sie spielte Marcel Duprés Prélude et Fugue g-Moll op. 7/3 mit sensiblem Gespür für zauberhafte Klangfarben und ließ das Präludium mit leisen, aus der Ferne herankommenden Klängen und einer fast pianistischen, flinken Technik zu einem eindrucksvollen Erlebnis werden. Kraftvoll und mit viel Temperament gestaltete sie die kunstvolle und nicht minder virtuose Fuge.

Kongeniale Interpretation
Schroeders 1. Orgelsonate erschien bei ihr in gänzlich anderem Licht - was den Zuhörern einen interessanten Vergleich ermöglichte: transparent und grazil gespielt, in hellen Farben durchhörbar registriert, rhythmisch mit bestechender Präzision und prickelnder Spannung lieferte sie eine kongeniale, dem Stil Schroeders in jeder Hinsicht gerecht werdende Interpretation. Der 2. Preis ging an den erst 21-jährigen Albert Miklós (Ungarn), der Schroeders frühe, an Reger erinnernde Fantasie e-Moll op. 5b temperamentvoll und mit brillianter Pedal- und Akkordtechnik zu Gehör brachte. Ebenso gelungen war seine Interpretation von Alexander Glasunows Prélude et Fugue op. 98, ein selten zu hörendes Werk, das er mit viel Gespür für die Gesamtarchitektur und für die harmonisch reichen Details präsentierte.

Die international besetzte Jury mit den Professoren Clemens Ganz und Johannes Geffert (Köln), Anne Froidebise (Liège), Alain Wirth (Luxemburg) sowie Domorganist Josef Still (Trier) hörte ein außergewöhnliches Programm mit nicht alltäglichen Werken, gespielt von jungen Organisten aus den drei östlichen Nachbarländern und neuen EU-Staaten Tschechien, Polen und Ungarn, die eine Förderung durch den gemeinsam vom Kultursommer Rheinland-Pfalz, den Moselfestwochen und der Hermann-Schroeder-Gesellschaft getragenen Orgelwettbewerb in jeder Hinsicht verdient haben. Neben den Geldpreisen winken Auftrittsmöglichkeiten durch zukünftige Konzerte in Luxemburg, Lüttich, Trier und Köln. Ein Mitschnitt des Konzertes wird vom SWR gesendet und auf CD erscheinen. So ausgeglichen und hoch war das Niveau, dass zwei 1. Preise und kein 3. Preis vergeben wurden. Schon heute darf man sich auf den nächsten Internationalen Orgelwettbewerb um den Hermann-Schroeder-Preis freuen, der 2007 wieder im Trierer Dom stattfinden wird. (Rainer Mohrs)


Ausschreibung

1. Der Hermann-Schroeder-Orgelwettbewerb wird veranstaltet von der Hermann-Schroeder-Gesellschaft, den Mosel Festwochen und dem Verein der Freunde und Förderer der Mosel Festwochen. Er findet im Rahmen der „Internationalen Orgelfestwochen im Kultursommer Rheinland-Pfalz“ statt. Der Wettbewerb dient der Förderung junger Organisten und Organistinnen und möchte an die Orgelmusik des Komponisten Hermann Schroeder (1904-1984) heranführen.



2. Der Wettbewerb findet ab Mittwoch, dem 14. September 2005 (Einspielen 12. / 13.09 – 1. Durchgang 14.09. – 2.Durchgang 16.09.) in Trier (1. und 2. Durchgang in St. Antonius, 3. Durchgang = Finale im Dom) statt. Das Finalkonzert am Samstag, dem 17.09.05 um 19 Uhr im Dom ist eine öffentliche Veranstaltung der Mosel Festwochen 2005 und der Internationalen Orgelfestwochen. Das Finalkonzert ist Sendekonzert des SWR. (Informationen zu den Orgeln: www.trierer-orgelpunkt.de)

3. An diesem Wettbewerb können junge Organisten/Organistinnen bis zur Vollendung des 35. Lebensjahres (Stichtag 31. Dezember 2004) teilnehmen, die ein Hauptfachstudium Orgel an einer Musikhochschule oder einem vergleichbaren Institut mit Erfolg abgelegt haben oder sich in den fortgeschrittenen Semestern eines solchen Studiums befinden.

4. Bewerbungen müssen bis zum 1. Juli 2005 an die Geschäftsstelle der Mosel Festwochen, Kurgastzentrum, D-54470 Bernkastel-Kues (Tel.: 06531-3000, Fax: 06531-3894, Email: info@moselfestwochen.de) eingereicht werden. Die Bewerbung erfolgt anhand eines Bewerbungsformulars, das bei der Geschäftsstelle angefordert werden kann.

5. Den Bewerbungen müssen folgende Unterlagen beigefügt werden:
- Darstellung des Lebenslaufes und des beruflichen Werdegangs mit Zeugniskopien
- Kopie des Identitätsdokuments, aus dem Alter und Wohnort hervorgehen
- ein Lichtbild
- ggf. Konzertprogramme, Kritiken sowie Nachweise über Teilnahme an anderen Wettbewerben
- Wettbewerbsprogramm (1. – 3. Durchgang)

6. Mit der Abgabe seiner Bewerbung erkennt der Bewerber/die Bewerberin die Bedingungen dieses Wettbewerbes an. Mit der Aufzeichnung des Finalkonzertes erklärt er/sie sich einverstanden.

7. Nach der Zulassungsentscheidung durch die Jury werden die Teilnehmer offiziell eingeladen. Nach der Zulassung ist die Teilnahmegebühr in Höhe von 50,00 € zu entrichten. Bei Nichtteilnahme entsteht kein Anspruch auf Rückzahlung der Teilnahmegebühr.

8. Am Austragungsort stehen preiswerte Unterkünfte zur Verfügung.

9. Ausgeschrieben wird ein erster Preis von 2.500,00 €, ein zweiter Preis von 1.250,00 € DM und ein dritter Preis von 750,00 €; es können zusätzlich bis zu zwei Förderpreise von je 250,00 € vergeben werden. Zudem erhält der erste Preisträger je ein Konzertengagement in Trier, in Luxemburg sowie im Raum Lüttich und ein Preisträgerkonzert innerhalb der Internationalen Orgelfestwochen im Kultursommer Rheinland-Pfalz. Der zweite Preisträger erhält ein Konzertengagement in Köln.
Die Jury behält sich eine Teilung und eine Nichtvergabe von Preisen vor.

10. Der Wettbewerb gliedert sich in einen ersten Durchgang, einen zweiten Durchgang und das Finalkonzert, bei dem die Reihenfolge der Preisträger festgestellt wird.

Die Bewerber / die Bewerberinnen haben zu spielen:

- im ersten Durchgang
1. Hermann Schroeder, Kleine Präludien und Intermezzi:
Nr. 2 Andante sostenuto und Nr. 6 Poco vivace (Schott ED 2221)
2. Dietrich Buxtehude, nach Wahl Präludium (und Fuge) in d-Moll (BuxWV 140) oder
e-Moll (BuxWV 142) oder fis-Moll (BuxWV 146) oder g-Moll (BuxWV 149)

- im zweiten Durchgang Johann Sebastian Bach, wahlweise die Toccata (ohne Fuge) in F-Dur (BWV 540), C-Dur (BWV 564) oder d-moll („dorische“, BWV 538)) Max Reger, Benedictus Des-Dur, aus 12 Stücke op. 59Hermann Schroeder, Suite concertante, 2., 3. und 4.Satz (Verlag Schwann/Peters S 2398)

- im Finalkonzert
1. Eines der folgenden vier Werke von Hermann Schroeder.
Fantasie e-moll op.5b (Schott ED 2188)
Präludium und Fuge „Christ lag in Todesbanden“ (Schott ED 2554)
Erste Sonate für Orgel (Schott ED 4941)
Fantasie „O heiligste Dreifaltigkeit“ (Schwann/ Peters S 2231)
2. Ein oder mehrere Stücke eines Komponisten des 19. oder 20. Jahrhunderts bis maximal 12 Minuten Spieldauer.

11. Die Reihenfolge des Vorspielens wird von der Jury festgelegt. Jeder Kandidat / jede Kandidatin erhält vorher eine Übezeit. Ein Registrant steht zur Verfügung oder kann mitgebracht werden.

12. Die Reihenfolge der Preisträger wird nach dem Finalkonzert festgelegt und bekannt gegeben. Anschließend werden die Preise überreicht.

Die Jury besteht aus:
Professor Anne Froidebise, Lüttich
Professor Clemens Ganz, Köln (Vorsitz)
Professor Johannes Geffert, Köln
Professor Alain Wirth, Luxemburg
Josef Still, Trier - Domorganist

Die Jury berät und entscheidet unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Entscheidungen der Jury sind unanfechtbar.