Gesellschaft
  Biografie     Werk     Termine     Orgelwettbewerb     Nachrichten     Diskografie     Bibliografie  
Veranstaltungen
24. Tagung 2019
23. Tagung 2018
22. Tagung 2017
21. Tagung 2016
20. Tagung 2015
19. Tagung 2014
18. Tagung 2013
17. Tagung 2012
16. Tagung 2011
15. Tagung 2010
14. Tagung 2009
13. Tagung 2008
12. Tagung 2007
11. Tagung 2006
10. Tagung 2005
9. Tagung 2004
8. Tagung 2003
7. Tagung 2002
6. Tagung 2001
5. Tagung 2000
4. Tagung 1999
3. Tagung 1998
2. Tagung 1997
1. Tagung 1996
Gründungsversammlung '95
Publikationen
Mitgliedschaft
Satzung
Vorstand & Beirat
Ehrenmitglieder
Allgemein:
Startseite
Kontakt
Impressum
Datenschutzerklärung

24. Tagung 2019

Historischer Flügel eingeweiht

Hermann Schroeder-Gesellschaft zu Gast in Bernkastel-Kues

Der Komponist Hermann Schroeder, geboren 1904 in Bernkastel-Kues, gehört zu den wichtigen deutschen Kirchenkomponisten des 20. Jahrhunderts und ist ein bedeutender Künstler der Region. Daher fand am Wochenende 26./27. Oktober in Bernkastel-Kues die 24. Jahrestagung der Hermann Schroeder-Gesellschaft e.V. statt. Der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde, Leo Wächter, begrüßte die Mitglieder der Schroeder-Gesellschaft im Ratssaal der Verbandsgemeinde und nannte den Grund für den Tagungsort: „Vor einigen Jahren hat die Verbandsgemeinde den historischen Flügel Hermann Schroeders erworben, der in einer Garage gefunden wurde. Wir haben ihn fachmännisch aufbereiten lassen und im Erdgeschoss der Verbandsgemeindeverwaltung eine Gedenkstätte eingerichtet, die an Hermann Schroeder erinnern soll.“

Dieser Schroeder-Flügel wurde nun in einer musikalischen Feierstunde offiziell eingeweiht, an der auch die Tochter des Komponisten Dr. Claudia Soentgen (Köln) teilnahm. Zwei begabte junge Musikerinnen aus Daun, Maia und Polina Marinova, 10 und 12 Jahre alt, begeisterten die Zuhörer mit Schroeders ausdrucksvoller Komposition „Die vier Jahreszeiten“ für Violine und Klavier, komponiert 1940 in Trier, als Schroeder dort Leiter der Städtischen Musikschule und Domorganist war.

Musik am Schroeder-Flügel: mit Maia und Polina Marinova

Verbandsbürgermeister Ulf Hangert brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass die Bernkasteler Tagung mit Musik des Komponisten umrahmt wird. „Seien Sie versichert, dass Schroeders Wirken hier in der Region lebendig ist und wir gerne dabei mithelfen, sein Andenken auch in Zukunft zu pflegen“, so Ulf Hangert. Stadtbürgermeister Wolfgang Port wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass Schroeders Geburtshaus am Marktplatz steht, wo der Großvater des Komponisten seine Backstube hatte (das heutige „Cafe Hansen“). „Auf dem Friedhof an der Heilig-Geist-Kapelle befindet sich Schroeders Grab, die Stadt hat es in diesem Jahr renoviert und mit einer Grabplatte neu eingefasst. Neben Cusanus gehört eben auch Hermann Schroeder zum kulturellen Erbe unserer Stadt“, so Wolfgang Port.

Der Vorsitzende der Schroeder-Gesellschaft, Dr. Rainer Mohrs, spielte an Schroeders Flügel die Variationen über das Lied „Ich hab die Nacht geträumet" aus dem Zyklus „Minnelieder für Klavier“. Er bedankte sich sehr herzlich bei den verantwortlichen Politikern für die engagierte Unterstützung, die der Arbeit der Schroeder-Gesellschaft entgegengebracht wird. „Wir sind sehr dankbar, dass wir in Bernkastel-Kues mit offenen Armen aufgenommen werden. Durch Baumaßnahmen ist leider der ‚Hermann-Schroeder-Platz‘ mit dem Doktorweinbrunnen am Gestade weggefallen. Die Schroeder-Gesellschaft würde sich freuen, wenn in Zukunft wieder die Möglichkeit besteht, mit einem sichtbaren Zeichen im öffentlichen Raum an den bedeutenden Sohn der Stadt zu erinnern.“

Abschließend überreichten die Vorsitzenden der Gesellschaft, Rainer Mohrs und Peter Henn, ein Geschenk an die Verbandsgemeinde: das Gemälde „Sonate in Moll“ des Bernkasteler Malers Johannes M. Dietz, das dieser im Rahmen einer Ausstellung im Cusanus-Geburtshaus (2012) auf Notenpapier von Hermann Schroeder gemalt hat. Das Bild bezieht sich auf eine Klaviersonate Schroeders. Zum Ausklang sangen die Mitglieder der Schroeder-Gesellschaft einen vierstimmigen Kanon in lateinischer Sprache, den Prof. Johannes Hömberg (Köln) zu Ehren von Hermann Schroeder komponiert hat: „Salve Herimane, Canon quattuor vocum super Hymnum „Salve Regina“ Herimani Contracti (1013-1054).

Gemälde von J.M. Dietz für die Verbandsgemeinde: Leo Wächter, Dr. Rainer Mohrs und Peter Henn (Schroeder-Gesellschaft) und Wolfgang Port (v.l.n.r.)

Zwei musikalische Veranstaltungen standen im Mittelpunkt der Tagung: Am Samstagabend fand ein Konzert an der neu restaurierten und erweiterten Weimbs-Orgel in der Kirche St. Briktius statt. Sarah Weins (Violine) und Dr. Michael Meyer (Orgel) interpretierten Werke von Sweelinck, Rheinberger, Vierne, Mathias und Schroeder. Michael Meyer, der seine Doktorarbeit über Schroeders Messen verfasst hat, erwies sich in den Konzerten als engagierter Anwalt der Musik Schroeders und brachte die Orgel mit vielen leuchtenden Farben und schönen Registerkombinationen zum Klingen. Sarah Weins interpretierte Violinstücke von Rheinberger und Schroeders „Duo da chiesa“ ausdrucksvoll, virtuos und mit viel Temperament. Die Schroeder-Gesellschaft bedankte sich mit einer Spende für die Orgel.

Höhepunkt der Tagung war die Uraufführung der „Missa Cantorum“ für Chor, Gemeinde, Glockenspiel, Pauke und Orgel durch den Kammerchor „Projekt vokal“ unter der Leitung von Michael Meyer. Diese lateinische Messe Schroeders aus dem Jahr 1969 hat Michael Meyer im Archiv des Würzburger Doms wiederentdeckt. Die Aufführung im Hochamt in St. Briktius am Sonntag wurde zu einem besonderen Erlebnis, da die Gemeinde aktiv in den Gesang der Messe einbezogen war. Die Begleitung des Chores mit Orgel, Glockenspiel und Pauke war originell und brachte viele schöne Klangwirkungen. Die Aufführung in der voll besetzten Kirche St. Briktius wurde mit minutenlangem Beifall honoriert. Dechant Georg Moritz dankte dem Chor und Michael Meyer für ein besonders „geglücktes kirchenmusikalisches Erlebnis“. 2020 wird die Gesellschaft wieder an der Mosel zu Gast sein und den 9. Internationalen Orgelwettbewerb um den Hermann-Schroeder-Preis in der Konstantinbasilika Trier veranstalten.

(Erschienen in: Mittelmosel-Nachrichten, Mitteilungsblatt der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, Ausgabe 46 vom 14.11.2019)

Tagungsprogramm

SAMSTAG, 26.10.2019
16.30: Kleine Feierstunde in der Verbandsgemeindeverwaltung Bernkastel, Gestade 18
Am historischen Flügel Schroeders, der in der Verbandsgemeinde aufbewahrt wird, erklingt Musik von Hermann Schroeder: „Die vier Jahreszeiten“ für Violine und Klavier. Begrüßung durch den Verbandsbürgermeister Ulf Hangert, den Ersten Beigeordneter der VG Leo Wächter, Stadtbürgermeister Wolfgang Port und Dr. Rainer Mohrs, Vorsitzender der Schroeder-Gesellschaft. Anschließend Empfang.

19.00: Orgelkonzert in St. Briktius, Kues
Musik von Sweelinck, Rheinberger, Vierne und Schroeder mit den Ausführenden Sarah Weins (Violine) und Dr. Michael Meyer (Orgel)


SONNTAG, 13.9.2015
10.45: Hochamt in St. Briktius mit Musik von H. Schroeder

Im Gottesdienst, den Dechant Georg Moritz zelebriert, erklingt erstmals Schroeders „Missa Cantorum“ für Chor, Gemeindegesang, Orgel, Glockenspiel und Pauke. Die 1969 komponierte Messe wurde kürzlich in einem Archiv in Würzburg entdeckt. Das Besondere an dieser Messe ist, dass neben dem Chor auch die Gemeinde am Gesang beteiligt ist. Die Ausführenden sind der Kammerchor Projekt Vocal, Sakiko Idei (Pauken), Dietmar Heidweiler (Glockenspiel) unter der Leitung von Dr. Michael Meyer.