Biografie
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1904 bis 1945
1946 bis 1961
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Rehmann, Theodor Bernhard

Theodor Bernhard Rehmann, geboren am 9.2.1895 in Essen, gestorben am 4. 10.1963 in Schleiden (Eifel), wirkte als Domkapellmeister, Komponist und Musikschriftsteller in Aachen. 1926 bis 1936 war er Schriftleiter der Zeitschriften "Gregoriusblatt" und "Gregoriusbote", in denen Hermann Schroeder seine ersten kirchenmusikalischen Aufsätze veröffentlichte.

Der erste Kontakt Hermann Schroeders nach Aachen entstand Ende der 20er Jahre über den Aachener Domchor, der sich unter der Leitung von Domkapellmeisters Theodor Bernhard Rehmann (1895-1963) sehr für das Werk des jungen Komponisten einsetzte. Der 9 Jahre ältere Rehmann leitete den Domchor von 1925 bis 1956. Von 1946-1956 war er Professor und Leiter der Abteilung für Katholische Kirchenmusik an der Kölner Musikhochschule und damit Kollege Hermann Schroeders.

Bei der 1. Tagung in der IGK in Frankfurt wirkte der Aachener Domchor mit und sang unter der Leitung von Theodor B. Rehmann am 25.10.1930 in einer kirchenmusikalischen Andacht zwei Stücke aus Schroeders Vier deutschen Marienmotetten op. 3: "Maria Empfängnis" (Nr. 1) und "Emanuel" (Nr. 2). Wahrscheinlich handelte es sich auch hier um die Uraufführung. Der Kölner Stadt-Anzeiger schrieb damals über Schroeder: "Eine sympathische Erscheinung mit offenbarer Begabung und gediegenem Können. Das beweisen eindringlich zwei Marienmotetten, welche der Aachener Domchor in der Frauen-Friedens-Kirche zu Gehör brachte. Technisch klare und interessante Gestaltung. Musikalisch ein abgerundetes Ganzes, das sehr anspricht. So darf man von ihm bei weiterer günstiger Entwicklung noch manches erhoffen."

Rehmann gehörte zusammen mit dem Münchener Domkapellmeister Ludwig Berberich zu den bedeutenden Chorleitern der Zeit. Er spielte vor und nach dem 2. Weltkrieg bei der Reform der Kirchenmusik eine wichtige Rolle. Schroeder erwähnt ihn ausdrücklich in seinem Grundsatzartikel "Katholische Kirchenmusik von heute" in der Zeitschrift "Melos" (1948): "Der Kirchenmusiker musste aus seiner Enge heraus, und die Entwicklung hierfür war in vielen Punkten sehr günstig: das lebendige Interesse des nunmehr aufgeschlossenen Cäcilienvereins, die Gründung der "Internationalen Gesellschaft für Erneuerung der katholischen Kirchenmusik" mit ihren praktischen und weitsichtigen Beziehungen zum Ausland, Vorkämpfer wie Johannes Hatzfeld, Dirigenten geistigen und musikalischen Formats wie etwa Rehmann (Aachen) und Berberich (München) und nicht zuletzt Komponisten, die neben ihren weltlichen Kollegen gleichberechtigt dastanden und meist in der Entwicklung der weltlichen Musik in ihrer Sprache mitreden konnten."

Rehmann gab zusammen mit Johannes Overath im Musikverlag Schwann/Düsseldorf die Reihe "Singende Kirche – Chorsätze zum deutschen Kirchenlied" heraus. In dieser Reihe erschienen auch Sätze von H. Schroeder: "Jesus ist der beste Freund" (1951, Nr. 241E), "Tu auf, tu auf, du schönes Blut" (1955, Nr. 165E). Unter Rehmann hatte der Aachener Domchor zwischen 1925 und 1955 folgende Werke von Schroeder im Repertoire:

Messe in H (Uraufführung)

Pauliner Orgelmesse

Hymnen zur Fronleichnamsprozession

"Ihr Freunde Gottes"

"In stiller Nacht" (Uraufführung)

Vier deutsche Marienmotetten (Uraufführung)

"Dich, König, loben wir" (Uraufführung?)

"Beim letzten Abendmahle"

"Jesu, Jesu komm zu mir"

"Ein Haus voll Glorie schauet"

"Komm heilger Geist"

Te Deum



Literaturhinweis

Rainer Mohrs, Hermann Schroeder und Aachen, Biographische Beobachtungen aus regionaler Perspektive, in: Mitteilungen der Hermann-Schroeder-Gesellschaft, Heft 3, 2003, S. 30-56



Radermacher, Friedrich
Rosolová, Barbara