Biografie
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1904 bis 1945
1946 bis 1961
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Henn, Peter

Peter Henn wurde am 18.3.1948 in Kinheim (Mosel) als Sohn einer Winzerfamilie geboren. Nach dem Abitur am Aloisiuskolleg in Bad Godesberg studierte er an der Universität Köln Germanistik und an der Musikhochschule Köln die Fächer Schulmusik (u.a. Tonsatz, Formenlehre und Musikgeschichte bei Hermann Schroeder), katholische Kirchenmusik (bei Bruno Dole und Wolfgang Stockmeier) und Chorleitung (bei Johannes Hömberg).



Er war Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes (1969–72) und des Deutschen Musikrates (1985–90). Nach dem Referendariat bei Fachleiter und Mentor Benno Morsey unterrichtete er die Fächer Musik und Deutsch am Erzbischöflichen Gymnasium Bonn-Beuel (1974/5), am Aloisiuskolleg in Bad Godesberg (1975–80) und am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium in Bonn (1980–2012). Hier war er als Koordinator für den musischen Schwerpunkt verantwortlich und veranstaltete mit Chor und Orchester der Schule regelmäßig Konzerte, die weit über Bonn hinaus Beachtung fanden (Goethe-Institut Paris, Benefiz-CD-Reihe „Klassik für Menschenrechte“, Austausch mit Cittadella).

Peter Henn war von 1980-89 Dirigent des Bonner Jugendsinfonieorchesters. Von 1983-2005 leitete er den Bonner Kammerchor, der für seine Klangkultur und Programmgestaltung Anerkennung erwarb und Preisträger nationaler und europäischer Chorwettbewerbe wurde (u.a. Arezzo 1986, Stuttgart 1990, Tolosa 1992, Spittal 1996). Konzerttourneen führten den Chor mit Förderung des Deutschen Musikrates u.a. nach Japan, Russland, Skandinavien und Chile.

Zusammen mit seiner Schwester Lisa Henn (Viola) und Anne Schmutzler (Violine) wirkte er am 24. März 1979 in Bernkastel-Kues als Cellist bei der Uraufführung von Hermann Schroeders 3. Streichtrio mit. Seit September 2014 ist Peter Henn 2. Vorsitzender der Hermann-Schroeder-Gesellschaft.


Auf der CD "Hohelied-Motetten" interpretiert Peter Henn mit dem Bonner Kammerchor Schroeders Motetten "Steig herab in meinen Garten" und "Wie schön du bist" nach dem Hohelied Salomonis. Im Booklet schreibt er dazu:

"Während meines Studiums habe ich Hermann Schroeder als Lehrer für Tonsatz, Formenlehre und Musikgeschichte, als Leiter des Hochschul-Madrigalchores und als Komponisten kennen gelernt und erlebt. In eindrucksvoller Erinnerung bleibt mir, wie Schroeder aus der lebendigen Auseinandersetzung mit der Musikgeschichte Maßstäbe und Orientierung für musikwissenschaftliche Systematik, für interpretatorische Entscheidungen und für das eigene Komponieren entwickelt hat.

Schroeder war sich der Trennlinie zwischen funktionaler und autonomer Musik wohl bewusst. Die 1980, also vier Jahre vor seinem Tod, entstandenen Hohelied-Motetten I und II lassen sich eindeutig der letzteren zuordnen. Sie haben zu seinen liturgisch gebundenen Vokalkompositionen geringeren Bezug als zu den frühen lyrischen Zyklen nach Texten von Rilke, Mörike oder Meyer. Der Zusammenklang ist bei Schroeder meist das 'Resultat' des Kontrapunkts. Der transparente vierstimmige Satz und die lineare Stimmführung, für die Sekundgänge und Gegenbewegung bestimmend sind, zeigen einerseits die Orientierung an den Meistern der klassischen Vokalpolyphonie und dienen andererseits dem kantablen Charakter. Von klassischer Ausgewogenheit ist die Spannung zwischen Klang und Linie, Bewegung und Ruhe, Steigerung und Rückentwicklung. Formale Geschlossenheit gewinnen Schroeders Motetten aus dem stimmigen Gebrauch der freien Tonalität und aus den melodischen Spannungsbögen. Der Schluss der Motette II ('Früh gehen wir aus zum Weinberg, zu sehen ...') kann beispielhaft zeigen, wie eben mit diesen Mitteln eine großräumige Entwicklung von packender Intensität gelingt."

Literaturhinweis

Peter Henn, Hermann Schroeder als Chordirigent, in: Mitteilungen der Hermann-Schroeder-Gesellschaft, Heft 2 Dezember 2000, S. 32-45



Henkemeyer, Ferdinand
Hong, Choong-Sik